Neubau eines Behördenzentrums, Artern Construction of an authority centre, Artern
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Gegenstand eines Architektenwettbewerbes mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren war die Verlagerung des vorher in Suhl gelegenen Behördenzentrums nach Artern.
Zur Verfügung stand eine Liegenschaft im Nord-Osten der Stadt, ca. 0,6 km vom Zentrum entfernt, im südlichen Hangbereich eines Weinberges mit einer terrassenförmigen Regulierung mit bis zu 5 m hohen Geländeaufschüttungen. Im Norden wird das Grundstück durch ein Wohngebiet in bis zu sechsgeschossiger Plattenbauweise begrenzt sowie durch die Bergstraße und die Lange Hohle. Im Süden befindet sich ein weiteres Wohngebiet mit einer aufgelockerten Bebauung aus der Gründerzeit. Östlich der Liegenschaft entlang der Bergstraße stehen dreigeschossige Klinkerbauten. Die Liegenschaft bildet eine trapezförmige Fläche von insgesamt ca. 14.950 m². Die Haupterschließung erfolgt von der Bergstraße (Zufahrt unterer Parkplatz) über die nördlich gelegene Einbahnstraße Lange Hohle – bergabwärts Richtung Altstadt. Von dort führt eine zusätzliche Zufahrt von der Langen Hohle zum Hofbereich.
Ein Bebauungsplan liegt nicht vor. Die Konzeption der Gesamtanlage wurde unter Beachtung des § 34 BauGB erarbeitet. Ein Flächennutzungsplan befindet sich immer noch in Aufstellung: das Gebiet ist für öffentliche Verwaltung ausgewiesen.
Die insgesamt zu realisierende Hauptnutzfläche beträgt ca. 4.616,00 m² (incl. 10 % Reservefläche). Die Aufgabe bestand in der Erarbeitung eines städtebaulichen Gesamtkonzeptes für ein Behördenzentrum am Standort des ehemaligen Landratsamtes für folgende öffentliche Einrichtungen:
Zentrale Bußgeldstelle
2.332,00 m² HNF
Polizeiinspektion
1.002,00 m² HNF
Katasteramt und Erprobungsamt
855,00 m² HNF
Schulamt
4.91,00 m² HNF
Im ersten Bauabschnitt wurde die „Zentrale Bußgeldstelle“ (ZBS) mit einem Kostenbudget von ca. 16,0 Mio. DM realisiert. Sie bildet den Schwerpunkt der Gesamtanlage und die städtebauliche Dominante – weithin sichtbar für die Stadt Artern.
Ziel der Bebauung war eine möglichst sinnfällige Umsetzung der Aufgabenstellung „Behördenzentrum“. Entstehen sollte keine Verwaltungsmaschinerie, kein anonymes Dienstleistungszentrum sondern vielmehr eine auf die Angestellten wie deren Klientel bezogene Hofbebauung, die alle drei Gebäude um ein gemeinsames Zentrum organisiert. Weiterhin sollte die geschichtliche Tradition des Ortes, soweit irgend möglich, gewahrt bleiben.
Vor diesem Hintergrund ist Ziel der Konzeption kein Tabularasa mit völligem Neubeginn sondern die Integration des Bestandsgebäudes aus dem Jahr 1953 (ehemaliges Landratsamt). Nur die übrigen, eher minderwertigen Gebäude wurden abgebrochen und sollen durch die beiden Neubauten für die ZBS und die Polizeiinspektion zu einem Hof formiert werden. Der durch die spätere Aufschüttung entstandene Damm, ein unmotivierter begrünter Höhensprung, wurde so in die Konzeption eingebunden, dass die ursprüngliche Geländesituation wieder spürbar wird. Die Hangkante wurde gefasst mit einem zur Tal- wie zur Bergseite dreigeschossigen Gebäude, das den Versprung in sich selbst aufnimmt.
Die Zusammenarbeit mit den Vertretern des Staatsbauamtes Erfurt war bei der Realisierung dieser Aufgabe von Anfang an konstruktiv und nahezu freundschaftlich. Gemeinsam wurde die städtebauliche Konzeption mit den Bedürfnissen der Nutzer überlagert, es wurde die Realisierung mit den Finanzierungsmöglichkeiten abgestimmt.
Wir sind den Mitarbeitern des Staatsbauamtes Erfurt außerordentlich dankbar. Gleichwohl bedauern wir, dass nach insgesamt vierjähriger Planungszeit lediglich der erste Bauabschnitt realisiert werden konnte; für die Polizeiinspektion als zweiter Bauabschnitt liegt bis dato lediglich eine HU Bau vor, deren Finanzierung offensichtlich nicht gesichert ist. Entsprechend bleibt das Behördenzentrum leider rudimentär.
The main area which had to be carried out was 4.616,00 m² in total, including 10% of spare area. The task was to work out an urban development concept for an authority centre at the location of the former Landratsamt.
In the first building section the Zentrale Bußgeldstelle (ZBS) was carried out with an expense of 16.0 m DM. It forms the main focus of the establishment altogether and the urban development dominance – it’s well visible for the town of Artern.
The aim of the building was a possibly obvious translation of the task. Not an administration machinery was to develop, not an anonymous service centre but a development of the court which was to be in accordance with the employees and their visitors and which places all three buildings around a common centre.







