Weickenmeier, Kunz + Partner

Neubau eines Bürohauses

München

2002
Vollmann GmbH + Co. KG

Leistungsphase 1 – 9

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Büro & Verwaltung

Eine seit Jahren brachliegende Restfläche auf einem kleinen Gewerbegrundstück im Münchner Osten, wertvoller alter Baumbestand und ein wunderbares, privates Bauherren-Ehepaar im vorgezogenen Ruhestand, boten ideale Voraussetzungen für ein nur dreigeschossiges, ca. 2.100 qm großes Bürohausprojekt.

Am Anfang standen intensive Diskussionen über Architektur generell, ein lehrreicher Abgleich zwischen den Vorstellungen des Bauherren wie denen des Architekten; Vergleichsbauten wurden besichtigt, Architekturbücher und -zeitschriften ausgetauscht, es wurde Konsens gesucht.

Parallel hierzu verliefen intensive Verhandlungen mit der Genehmigungsbehörde, inwieweit das Grundstück unter Berücksichtigung des Baumbestandes überhaupt bebaubar, welche Höhenentwicklung und Baukörpertiefen zulässig wären, ein Ausloten der maximalen Gebäudegröße.

Der überwiegend geschlossenen Nordfassade mit Aufnahme der Neben-, Sozial- und besonderer Funktionsräume wurde die offen verglaste Bürofassade nach Süden gegenübergestellt, sich öffnend in die Weite einer öffentlichen, nicht bebaubaren Grünfläche; die Umsetzung energetischer Prämissen ergab sich per sé.

Die Verknüpfung beider Spangen im Norden und Süden erfolgt am Kopf im Westen über ein Eingangsbauwerk, das die Schlichtheit des Gesamtbaukörpers aufwertet und mit hier stehendem, wertvollem Baumbestand verzahnt.

Das einfache Konstruktionsraster von 7,50 m x 7,50 m findet eine Binnenteilung für den Ausbau im Grundmodul von 1,25 m, das den Rhythmus der Fassade im wesentlichen bestimmt. Diesen Achsen sind schlanke Fenstertüren zugeordnet, die der Horizontalen des Gebäudes mit einer vertikalen Teilung zusätzliche Spannung verleihen.

Hinter der Fassade liegende Stützen finden ihr Abbild in großen, opaken Glasfeldern, die die konstruktive Vertikale ablesbar machen.

Ein vorgelegter, durchlaufender Balkon in allen Etagen ermöglicht baulichen Sonnenschutz für die steil stehende Sonne im Süden, ergänzt durch außen liegende Vertikaljalousien in Aluminium

Die dreigeschossige Eingangshalle zur Weltenburger Straße hin verbindet alle Geschosse in einem großzügigen Luftraum, der auf die Dimension und Qualität des Gebäudes ganzheitlich verweist. Eine großflächige Verglasung öffnet diesen Raum, macht ihn im Wortsinne öffentlich – gesteigert noch durch ein vorgestelltes Eingangselement im Schatten großvolumiger Kastanien.

Der Zusammenhang von Form und Funktion, eine Reduktion der Materialien auf wenige wie Beton und Stahl, Glas und Holz und letztlich eine schnörkellose Direktheit in der Sprache waren mit dem Bauherren gemeinsam verabredete Ziele, deren Umsetzung im Bürohaus von der Konzeption bis in die Details erkennbar ist.

Die meisten unserer Bauherren sind Projektentwickler oder institutionelle Anleger, nahezu alle bauen für noch unbekannte Mieter – mit erheblichen Auswirkungen auf die Arbeit des Architekten und sein fachliches Selbstverständnis. Die direkte, unmittelbare Auseinandersetzung mit den Privatbauherren bei diesem Projekt hat uns fachlich wie menschlich sensibilisiert und bereichert.

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