Neubau eines Bio-Technologiezentrums, München construction of a bio technology centre, Munich
Download PDF
Aluminium, Stahl und Glas, ein leuchtend blauer Putz – nichts deutet mehr auf jene Industriebrache hin, die mit Insolvenz einer Bauunternehmung über Jahre leer stand, an ihren Rändern bebaut von Gewerbe- und primitiven Bürobauten, neben weiträumigen Parkplatzflächen zu Bau- und Gartenmärkten bis hin zu einer kleinteiligen Einfamilienhausbebauung der frühen 50er Jahre.
Verbunden mit einem Sozialplan für die Mitarbeiter der in Insolvenz gegangenen Unternehmung gelang eine Projektentwicklung, die das in einem B-Plan bestehende Baurecht großzügig nutzen konnte für den Neubau eines Bio-Technologie-Projektes mit nahezu 30.000 m² BGF.
Renommierte Unternehmen dieser speziellen Branche benannten in Unterstützung durch das Referat für Arbeit und Wirtschaft ihren Bedarf an spezifischen Raumqualitäten, Funtionszusammenhängen, logistischen Anforderungen.
Dieser Spezifik stand jedoch gegenüber die Forderung nach einem größtmöglichen Maß an Flexibilität, um den sich täglich wandelnden Anforderungen gerecht zu werden.
So entwarfen wir eine Gebäudestruktur in größtmöglicher Offenheit, konzentriert um drei Innenhöfe mit großen Funktions- und Installationsflächen in den Dunkelzonen der jeweiligen Eckbereiche.
Ein Riegel parallel zur Erschließungsstraße erhielt dabei die klassische Tiefe von 13,50 m zur Aufnahme zweihüftiger Büros, alle übrigen Raumtiefen betragen 15,00 m zur Aufnahme von Laborflächen aller Kategorien bis hin zur Sicherstellung von Reinstraumanforderungen mit in diesem Fall Erschließungsfluren parallel zur Fassade.
Hohe Sicherheitsanforderungen prägen diese Gebäudestrukur ebenso wie ihr äußeres Erscheinungsbild, Weniges nur ist hier öffentlich intendiert – wie zum Beispiel das Bistro im Kopfbau – konzentriertes Arbeiten, introvertierte, zum Teil tageslichtferne Arbeitsplätze waren von den zukünftigen Nutzern gefordert.
In einer Bauzeit von nur 14 Monaten sollte das Gesamtgebäude fertiggestellt und für zumindest 50 % der Nutzfläche bezugsfertig sein. Eine Herausforderung an Material und Konstruktion ebenso wie an die Logistik der Baustelle.
Nach nur 8 Wochen Planungsphase mit Eingabe der Genehmigungsplanung begann unmittelbar die Werkplanung mit Vorbereitung der Vergabe an einen Generalunternehmer. Drei Monate nach Eingabe begannen die Bauarbeiten auf der Grundlage einer Teilbaugenehmigung für die zweigeschossige Baugrube, die durch komplizierte Bodenverhältnisse, Kontaminationen und späte Auffüllungen einen aufwendigen Verbau erforderte. Diese Leistung wurde separat vergeben, um Zeit zu haben für den Vorlauf der Werkplanung und die Ratifizierung eines Generalunternehmervertrages.
Hinzu kam ein enger wirtschaftlicher Kostenrahmen, bezugnehmend auf die Intension, daß es sich um einen "einfachen" Industriebau handele, wenn auch mit insgesamt VII Geschossen für eine höchstentwickelte Nutzung. Der intendierte Mietertrag mit den erheblichen Risiken einer jungen Branche diktierte rückwärts das Investitionsvolumen und damit die Vorgabe für die Baukosten des Architekten.
Die Architektur reflektiert diese Bedingungen zwangsläufig, ohne vor ihnen zu kapitulieren.
Eine einfache Tragkonstruktion in Stahlbeton, kombiniert Skelettbauweisen im Inneren des Gebäudes mit tragenden Fassaden außen.
Nahezu 5,00 x 5,00 m große Schächte in den Kernen bildeten eine Herausforderung an die Aussteifung des Tragsystems ebenso wie an den Baubetrieb.
Raumhöhen von durchgängig 4,80 m bilden die Voraussetzung für eine dichte Installation der Raumlufttechnik, neben Medientrassen nicht nur für die traditionellen Ver- und Entsorgungsmedien, sondern auch für Spezialgase, Säuren und Laugen bis hin zu deren Aufbereitung und Entsorgung.
In Teilbereichen wurden Hohlraumböden ausgeführt, die in den Büros wiederum unzulässig sind, Raum-in-Raum-Lösungen für höher klassifizierte Labors, konventionelle Abhangdecken in höherwertigen Bürobereichen neben sichtbaren Installationen in den Fluren, soweit dies brandschutztechnisch zulässig war.
Das Projekt stellte eine extreme Herausforderung dar an alle Projektbeteiligten, von der Planung bis in den Bereich der Ausführung.
Parallel hierzu liefen Mietvertragsverhandlungen mit Unternehmen einer seinerzeit noch exorbitant rasend wachsenden Branche, die bei Mietvertragsabschluß von 8.000 m² sprachen, bei Einzug dann bereits vom Doppelten.
Planung und Ausführung des Innenausbaus wurden wöchentlich aktualisiert und neu mit der Haustechnik koordiniert.
Steigende Anforderungen an Brandschutz und Sicherheitstechnik führten in Teilbereichen zu Nachrüstungen, die jeweils durch die intelligente und flexible Gebäudestruktur auch nachträglich noch sichergestellt werden konnten.
Angesichts der Komplexität im Inneren und vor dem Hintergrund der benannten Rahmenbedingungen erscheint das Bio-Technologiezentrum einfach und unspektakulär – diese Geradlinigkeit war bereits im Entwurf intendiert, war selbstbewußter Vorsatz und bei weitem nicht zu entschuldigendes Defizit.
Aluminium, steel and glass, a shining blue plaster – nothing indicates that this once was an industrial fallow area which after the ruin of a building enterprise was empty for years, at its bordes dominated by commercial districts, … parking lots of big DIY-stores and gardening centres down to small one-family-homes of the early 1950s.
The whole building was to be completed in a time of 14 months – completed and ready to move into. This was a challenge to the material and way of construction as well as for the logistics of the building site.
After only 8 weeks prior to the handing in of the approval planning we started with the detailed planning and with the preparation of the bitting for a general contractor.
Three months after the handing in the building works began on the base of a partial building approval for the two storey excavation which demanded a costly obstruction due to a complicated earth situation and contamination.
A simple carrying construction in steel concrete combines the skeleton way of the building on its inside with carrying facades on the outside; any carrying parts of steel concrete have been prepared by the factory and been assembled on the spot.





